Altar- und Kronleuchter in der Radeweger Kirche

  Text: Gerda Arndt, Gerald Tauber, Fotos: Juliane Menzel

Sind die Lichter ange­zündet …

Das erzeugt nicht nur in der Weihnachtszeit eine festliche Stimmung in der kleinen Radeweger Dorfkirche. Die brennen­den Kerzen am Altar und besonders der golden strahlende Messingleuch­ter verfehlen ihre dies­bezügliche Wirkung nicht. Wie steht es nun um diese wertvollen neobarocken Schmuckstücke und wie kamen sie in unsere Kirche?

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Radewege ging es in der Zeit des Übergangs vom 19. zum 20. Jahr­hundert wirtschaftlich gut. Als Ausdruck dessen wurden eingreifen­de Umbaumaßnahmen am Gotteshaus durchgeführt. Ein neues Kirchengestühl und die dominante Empore konnten eingebaut werden. Die erste Schuke-Orgel fand hier ihren Platz, und die wun­derschöne Kirchenausmalung stammt ebenfalls aus dieser Zeit. Dazu leisteten auch wohlhabende Dorfbewohner ihren Beitrag und so kam es, dass u.a. der Kronleuchter und zwei Altarleuchter gestiftet wurden. Am Kronleuchter ist „A. Heuser 1895“ und an den Altarleuchtern „W: Heuser 1895“ eingraviert. Albert Heuser war Großbauer, Sohn des Friedrich Wilhelm Heuser (geboren 1822). Albert besaß eine Dreihüfner-Wirtschaft und führte bis 1898 die Ziegelei seines Vaters weiter. Eine Ursache für die Spendenfreudig­keit war auch der Großbrand im Spätsommer 1890, der viele Gehöfte auf der Nordseite der Dorfstraße vernichtete. Wer vom Feuer verschont geblieben war, dankte Gott in Form einer Spende an die Kirche. Das ehemalige Großbauernhaus der Familie Heuser in der Dorfstraße 79 ist das Eckgebäude zur Brielower Straße und hat sich im Laufe der Jahre – wie fast alle Häuser des Dorfes – sehr verändert.

Der Kronleuchter dagegen hat sich kaum verändert und diese 120 Jahre recht gut überstanden. Aber restaurierungsbedürftig ist er schon. Die große untere Kugel ist an einer Stelle eingebeult, bei einigen Kerzenhaltern fehlen kleinere Stücke bzw. sind sie etwas verbogen. Diesmal leistet der Förderkreis Dorfkirche Radewege – „Kirchdach e.V.“ – seinen Beitrag und finanziert die Restaurierung. Dann wird der Leuchter noch viele weitere Jahre das Kirchenschiff mit seinem angenehmen Licht erhellen können.

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